Archiv der Kategorie 'Niedersachsen'

VfL Osnabrück – FC Carl Zeiss Jena (22.10.2011)

Früh am Samstagmorgen ging es zum Aufstiegsfavoriten Osnabrück gegen die Abstiegsbedrohten Jenaer vom FC Carl Zeiss. Eigentlich gab es im Vorfeld keine Zweifel am klaren Ausgang des Spiels, doch am Abend war jedem wieder bewusst geworden, wie unberechenbar, und damit umso schöner, der Fußball ist.

Man verbrachte die letzten sonnigen Stunden vor der Stadionöffnung in der Stadt, bevor man sich ein paar Jenensern auf dem Weg zum ehemaligem Stadion an der Bremer Brücke anschloss und über den wichtigen Unterschied zwischen Jenensern und Jenaern aufgeklärt wurde. Im Stadion angekommen, wurden die Zuschauer darüber informiert, dass der Großteil der Fans des FCC noch im Stau stehe und das Spiel somit um sage und schreibe fünf Minuten (!!) verschoben werden würde. So begann die Partie unter anderem ohne die Ultras der Horda Azzuro, die gegen Ende der ersten Hälfte eintrudeln sollten. Dennoch war die Stimmung im Gästeblock gut, da bereits nach vier Minuten der VfL überraschend mit 0:1 zurücklag. Und selbst der Ausgleich vor der Halbzeit konnte nur zwei Minuten gehalten werden, bis die Mannschaft aus Jena wieder zur 2:1 Führung traf. Im endlich gut gefülltem Gästeblock gab es nun kein Halten mehr. Dagegen verstummte jetzt des Öfteren der Heimanhang, der bis dato seine Mannschaft gut nach vorne gepeitscht hatte. Immer länger wurden die Pausen zwischen den einzelnen Liedern, die dann aber auch teilweise vom gesamten Publikum mitgetragen wurden. Im Gegensatz dazu sangen die Gästefans so manches Lied über längere Phasen des Spiels hinweg und boten ein buntes und chaotisches Bild. Allerdings wurden die Osnabrücker scheinbar zum neuen Feindbild erkoren, denn häufig wurde nicht gerade sehr originell gepöbelt, statt das eigene Team zu feiern und zu unterstützen. Kurz vor Spielende wurde die Partie noch einmal hektischer und der VfL Osnabrück konnte den Ausgleich erzielen, welcher mit einem Eckenverhältnis von ungefähr 14:1 im Endeffekt glücklich, aber verdient war.

RSV Göttingen 05 – VfB Oldenburg (16.10.2011)

Am überraschend sonnigen und warmen Sonntag machte man sich auf den Weg in die Studentenstadt Göttingen. Vor dem Spiel blieb noch Zeit für ein paar kühle Biere und eine kurze Stadtbesichtigung. Im Jahnstadion schließlich angekommen, wurde man sofort auf die Choreovorbereitungen beider Fanlager aufmerksam, die im Rahmen der FARE Action Week und der Antirassistischen Aktionswochen der Oldenburger Fanszene stattfanden. Zum Einlaufen wurde nicht nur über die Lautsprecheranlagen die eindeutige Haltung gegen Diskriminierung untermauert, auch die Spieler der Mannschaften trugen ein Banner mit der Aufschrift “Fußball für alle!”. Die Göttinger Fans unterstrichen ihre Botschaft “Gemeinsam gegen Ausgrenzung” mit mehreren Fahnen in den Vereinsfarben Schwarz-Gelb-Grün, während der Auswärtsblock dies unter dem Motto “VfB für alle!” tat. Hierbei wurde eine Wendechoreographie auf Doppelhaltern präsentiert, die zum Einen das VfB Logo und zum Anderen verschiedene Arten von Ausgrenzung aufzeigten. Insgesamt eine gelungene Aktion und ein schönes, gemeinsames Zeichen der Mannschaften und Fans, Diskriminierung nicht zu dulden.

Das Spiel und die Stimmung lässt sich dagegen in wenigen Worten zusammenfassen: Bereits nach wenigen Minuten konnte der RSV Göttingen mit 2:0 in Führung gehen und hatte im weiteren Spielverlauf kaum Schwierigkeiten gegen schwach Oldenburger. Verdient fuhren die 05er einen überraschenden 3:1 Heimsieg ein. Aufgrund der desolaten Leistung des eigenen Teams, stellten die rund 100 VfB-Anhänger den Support schnell ein. Sowieso war die geringe Anzahl an Auswärtsfans enttäuschend und gerade für ein Spiel bei Freunden hatte man sich mehr erhofft. Zwar war der Stimmungskern motiviert und begeistert dabei, allerdings flaute dies nach dem frühen Rückstand merklich ab. Der Göttinger Anhang feuerte das gesamte Spiel über ihre Spieler an, jedoch ließ die Kreativität der Lieder zu wünschen übrig und konnte nur selten eine größere Zahl an Fans zum Mitsingen bewegen.

Schließlich genoss man noch die letzten warmen Sonnenstrahlen entweder auf den Rängen oder in der Stadt, bevor man sich auf die Heimfahrt machte.

Oldenburger Stadtmeisterschaft (16.01.2011)

Wenn es draußen zu kalt und verschneit ist, zieht man sich nicht ungern in eine Halle zurück und bewundert etwas Budenzauber aus Oldenburg. Unterstützt wurde hierbei der VfB Oldenburg vom Anhang, der durch einen ordentlichen Support die Mannschaft zum Titel führte. Schön anzusehen waren hierbei die einzelnen Intros vor den verschiedenen Spielen. Einziges – und schwerwiegendes – Manko am Hallensport ist die dauerhafte Beschallung der Zuschauer mit Werbeslogans, die einem die Kommerzialisierung nur so ins Gesicht schlagen. Da lobt man sich doch den eisigen Sportplatz…

VfL Wolfsburg – Energie Cottbus (22.12.2010)

Viel hatte man eigentlich nicht erwartet, doch mit irgendeinem Spiel musste man schließlich das Jahr würdig abschließen und so tingelte man in die Autostadt. So überraschten sowohl die Cottbuser Mannschaft als auch der lautstarke Fanblock, der als Intro eine nette Pyroshow hinlegte. Ironischerweise hing auch eine “Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren” Fahne im Gästeblock und so warf der Anhang munter Böller und andere pyrotechnischen Gegenstände aufs Feld. Beflügelt von dem starken spielerischen Auftreten, hallten die Fangesänge durch die leere Arena. Lediglich die Kreativität ließ etwas zu wünschen übrig und auch optisch wurden keinerlei Akzente gesetzt, was jedoch auch am verhängten Materialverbot lag. Doch im Vergleich zur Wolfsburger Nordkurve, welche den Support in der ersten Hälfte völlig einstellte und selbst in der zweiten Hälfte nur sehr selten zu hören war, war der Anhang aus Cottbus klar überlegen. Mehr Worte zur Leistung der Heimkurve braucht man nicht zu verlieren.

Leider fällt die Pyroshow der Cottbus im Video etwas kürzer aus, als sie eigentlich war (später wurde sogar noch im Oberrang gezündet!), da ein übermotivierter Ordner zu mir angesprintet kam, um mir mitzuteilen, dass “die Aufnahme bewegter Bilder im Stadioninneren” nicht erlaubt sei. Ich musste somit eine Videoaufnahme vor seinen Augen löschen. Zum Glück konnte ich einen Teil retten und filmte den Rest des Spiels über versteckt. Scheiß DFB!




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